Die Sache mit dem «System Change» – von Olivia

Klimastreik. Mittlerweile ist dieses Thema ist in aller Munde. Was vor gut einem Jahr in Schweden
mit einer einzelnen Schülerin anfing, traf diese Woche auf einen Höhepunkt: Es war „earthstrike week“. Vom 20. bis 27. September streikten Menschen, längst nicht mehr nur junge, aus aller Welt für Klimagerechtigkeit. Allein in der Schweiz fanden in dieser Woche 17 Streiks und Zusammenkünfte statt, in Deutschland sind es sogar mehrere hundert. Die Schweiz krönt die Woche mit einer zentralen Klima-Demo in Bern am Samstag, 28. September. 

Wer der Meinung ist, das alles sei nur ein Tropfen auf den heissen Stein, hat vergessen, dass viele Tropfen ganz schön viel Dampf machen können. In den letzten Monaten wurde „Klimawandel“ so oft gegoogelt wie noch nie und der Ständerat sprach sich fast einstimmig für eine Benzin- und Flugticketabgabe aus. An solchen Beispielen zeigt sich, dass der Klimawandel längst nicht mehr nur Ökofreaks, Biotanten oder unterrichtsmüde SchülerInnen etwas angeht, sondern mehr und mehr in der breiten Bevölkerung auf Interesse und Besorgnis stösst. Und dafür ist es höchste Zeit. Nebst dem Aufruf zu individueller Verantwortung spielt die Klimajugend den Ball hier der Politik zu. Gut so! Wir sind gespannt, was nun daraus gemacht wird. Oder wie Greta Thunberg am UNO-Gipfel die Mächtigen warnte: «The eyes of all future generations are upon you.» (Die Augen aller zukünftigen Generationen sind auf Sie gerichtet.)

Veränderung muss also kommen. Und die fängt halt meistens im eigenen Leben an. Die meisten Menschen sind davon herausgefordert, viele sogar überfordert. Was ist denn noch erlaubt? Bin ich schon grün genug, wenn ich auf ein Elektroauto umsteige, erst, wenn ich stattdessen den Zug nehme oder geht nur noch Velofahren? Reicht es, nur regionales Fleisch einzukaufen, sollte ich ganz vegetarisch leben oder dann gleich vegan? Was ist mit kompostierbarem Wegwerfgeschirr, wiederverwendbaren Aluflaschen und Soja-Fleischersatz? Es kommt einem manchmal vor, dass es, egal wie gut gemeint, überall dann doch noch besser ginge. Für eine Einzelperson scheint eine derartige Umgestaltung schlicht zu kompliziert. Vor allem, solange nicht die richtigen Formen dafür geboten werden. Längerfristig ist klar: Wir brauchen das, was auf so vielen Plakaten steht, die derzeit weltweit durch die Städte geschwungen werden: «System Change, Not Climate Change!», also ein Systemwandel anstelle des Klimawandels. Und bis dahin? Bis dahin können wir schon mal bei uns anfangen, unser Konsumverhalten im Auge behalten und dann halt einfach mal verzichten.

Eins ist klar: Einzelne, die ihren Lebensstil anpassen, bewirken zu wenig. Gleichzeitig nützen neue Gesetze und Abgaben nichts, wenn wir nicht bereit sind, bei uns etwas zu verändern. Es braucht nun mal beides. Oder in anderen Worten: Wir können das Problem nicht von oben nach unten und wieder nach oben schieben. Wir müssen von beiden Seiten dagegen vorgehen und es in der Mitte zerdrücken.

Womit wir beim Most wären. Vor sieben Jahren entstand die Idee für GARTENGOLD aus einer Bestürztheit über viele wertvolle und doch ungenutzte Ressourcen. Seither tun wir unser Bestes, den Apfel-Foodwaste zu reduzieren, Hochstammbäume zu erhalten und somit wichtige Ökosysteme zu schützen. Unser bescheidener Beitrag zum «System Change». Auch wir können noch ganz viel lernen, Prozesse zu Gunsten der Umwelt optimieren und mehr Verantwortung übernehmen. Wir machen Schritt für Schritt – begleitest du uns?

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